Spielertypen beim Tischtennis – Gibt es gesellige Olympia-Rambos tatsächlich?

Eine Humoristische Betrachtung zu Spielertypen beim Tischtennis. Gibt es gesellige OlympiaRambos tatsächlich? Entscheidet bitte selbst!

Spielertypen beim Tischtennis

Liebe Freunde des Tischtennis,  seit einigen Jahren spiele ich nun in der Kreisliga. Man findet Freunde, meidet Feinde und stellt fest, dass das, was diese Liga einfach einzigartig macht ihre einzigartigen Spielertypen sind. Wenn man das Spielerverhalten an der Platte näher betrachtet, fallen ganz klar drei Spielertypen auf:

Tischtennis-Humor

Tischtennis-Humor

Spielertyp Olympia

Zum einen gibt es den, der Olympiateilnehmer gleich, hoch konzentriert, mit um den Hals gewickelten Handtuch und stählernem Blick an die Platte tänzelt. Der kühle, leichte Händedruck zur Begrüßung ist obligatorisch. Ein Spieler wie dieser wird wahrscheinlich ein kaum hörbares „Hallo“ und dann ein sehr bald darauf folgendes „Fangen wir an?“ über die Platte hauchen. Interessanter Weise gleichen die sehr ruhig und ausgeglichen scheinenden Olympiaspieler eher einem brodelnden Vulkan als einem tiefen Bergsee.

Der olympische Gedanke einfach nur dabei zu sein zählt hier nämlich nicht. Hier geht es ums Gewinnen. Als schreckhafter Spieler sollte man das Spiel besser kampflos aufgeben und sich in der Kabine – besser im Mannschaftswagen vor der Halle – verstecken, denn wenn’s beim Olympiaspieler an der Platte nicht so läuft, wird’s laut.

Eine durchaus häufig gehörte und gängige Bemerkung wie „Verdammt!“ gleicht nämlich einem Vulkanausbruch oder einem platzenden Fahrradschlauch – die Halle bebt, zeitgleich stattfindende Spiele werden unterbrochen, besorgte Blicke der Mannschaftskollegen, usw.

Nicht zu selten aber erschrecken die Olympiaspieler selbst über ihren Gefühlsausbruch, den sie ja so nie äußern wollten. Das ist dann die Chance Initiative zu ergreifen und das Match an sich zu reisen. Blöd nur, wenn man sich ins Auto verzogen hat.

Spielertyp geselliger Sportsfreund

Der zweite Spielertyp ist der gesellige Spielertyp. Gerade aus den Gesprächen mit den Mannschaftskameraden herausgerissen, begrüßt er einen mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, mit festem Händedruck und mit „Hallo, wie geht’s, ich bin der Hannes, gutes Spiel!“ Bei einem so großen Mitteilungsbedürfnis wird man schon ein wenig skeptisch, aber meine Erfahrung zeigt, dass man die neue Freundschaft unbedingt ausbauen sollte. Im Spielverlauf wird man sich Entschuldigen, Späßchen austauschen, gute Aktionen des Gegners loben, den Ball aufheben (auch wenn er schon gar nicht mehr auf der eigenen Seite liegt) – aber Moment, nicht hinreisen lassen, wir sind hier nicht beim Training!

Das Spiel ist also hier nicht von verbalen Vulkanausbrüchen geprägt, sondern gleicht eher einem netten Gespräch, bei dem auch häufig der Zähler einbezogen wird. Die vielen „Sorry“ werden von einigen „Entschuldigung“ abgelöst, der Zähler antwortet artig auf „Wie steht’s noch mal?“ und man selbst wirft mit rhetorischen Fragen wie „Ich hab, oder?“ nur so um sich. Wichtig ist nur, nicht den Faden zu verlieren und nicht zu vergessen, auch ab und zu einen Punkt zu machen, denn diese Geselligkeit ist kühn kalkulierte Taktik.

Spielertyp Retro-Rambo

Der dritte Typ ist der Rambo-Typ. Der isotonische Sportdrink ist meistens Bier, von dem vor Spielbeginn noch mal ein reichlich großer Schluck genommen wird. Der Händedruck ist mit einer Schraubzwinge zu vergleichen und das „Hallo“ wird von einem fröhlich daher gegluckerten Rülpser untermalt. Das Trikot stammt aus der Saison 1982/83 und es jetzt mal wieder waschen zu lassen, wäre ein echter Frevel.

Rambospieler tragen meist Wollsocken in den oft völlig verschlissenen Hallenschuhen. Freilich ist der Rambo-Typ kein Mann großer Worte, vor allem, weil er zu Beginn des Spieles alle Register zieht, und gar keine Zeit zum Reden hat. Als Rambo kennt man alle Tricks und Waffen. Mit so einem abgewetzten Kaufhaus-Schläger ist halt so einiges möglich! Da kann man sogar mit der Kante schmettern. Aber egal, jetzt muss man einfach die Zähne zusammenbeißen und die fiesen Geschosse zurückbringen. Das geht schon.

Oft wird man auch mit heftigen Srungschmetterschlägen konfrontiert, die nie die Platte treffen, sondern immer die eigene Brust. Ein Indianer kennt keinen Schmerz, und Weglaufen bringt auch nichts, weil man sonst die nette Unterhaltung an der Nachbarplatte stört und im Auto eh kein Platz mehr ist – da erholt man sich schließlich vom Vulkanausbruch des Olympiaspielers. Das gute an Rambospielen ist, dass sie schnell vorbei sind. Man schenkt sich eben nichts.

Fazit

Die Kreisligen leben von dieser Vielfalt! Mir war es noch nie langweilig. Und bei jedem Spiel freue ich mich wieder auf neue „Typen“. Was mich jetzt noch interessiert, ist, ob es auch einen geselligen Olympia-Rambo gibt.

Humoristische Betrachtung
von Leon Schütz und Matthias Glock

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